Entdeckungsreise durch den Wald am Heitersberg

Wenn das Thermometer in die Höhe steigt und es überall zu warm wird, bietet der hiesige Wald Schutz vor der Sonne. Ob zu Fuss oder mit dem Fahrrad: Unter dichten Baumkronen kann hier die Natur genossen werden.

Doch der Wald hat mehr als Bäume, Büsche und Vogelgezwitscher zu bieten: Eine Entdeckungsreise durch den Wald am Heitersberg:

 

Vom Waldlehrpfad zum Weiher

Dass Spreitenbach mehr als nur das Shoppi zu bieten hat, wissen die meisten Limmattaler. Doch den Wald am Heitersberg kennen sogar die meisten Einheimischen nicht wirklich.

Forstwart Marcel Wegmann kennt das grüne Dickicht wie seine Hosentasche. Zusammen mit dem Forstpraktikanten Roman Gisin schaut er regelmässig zu den Pflanzen und Tieren. Doch zu seiner Aufgabe gehört auch die Pflege der Waldattraktionen.

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Die Erste ist nicht unweit vom alten Dorfkern anzutreffen: Wer den Weg Richtung Franzosenweiher einschlägt, begegnet schon bald dem Waldlehrpfad.

Eine grosse Holzkonstruktion mit einem Schild kündigt den Beginn an. «Der Lehrpfad wurde 2002 erstellt», erklärt Wegmann. Finanziert wurde das Projekt von der Ortsbürgergemeinde, wie so manches im Spreitenbacher Wald.

Vor verschiedenen Bäumen und Büschen stehen Infotafeln mit allerlei Wissenswertem. Damit klar wird, zu welchem Baum die Tafel gehört, sind die Pflanzen stets mit einem roten Strich markiert.

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Rund zwei Kilometer führt der Waldlehrpfad vorbei am Schnitzelschopf bis zum Franzosenweiher. «Als ich ein Kind war, konnte man hier noch baden, heute ist das alles Naturschutzgebiet», so Wegmann.

Mit den vielen Seerosen, Fischen und Algen lädt der kleine See heute auch kaum mehr zum Schwimmen ein. Dafür lässt es sich hier gut auf einer Bank oder bei einer der nahegelegenen Feuerstellen verweilen.

Verlassenes Freibad mitten im Wald

Das nächste Gewässerbefindet sich ganz in der Nähe: das alte Bad. Weil das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) 1933 das Kraftwerk Wettingen baute, versank das Flussbad. Als Ersatz wurde das Bad im Wald gebaut.

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Doch als in den 60er-Jahren Freibäder eröffnet wurden, geriet das Waldbad in Vergessenheit. Seither hat die Natur das Bad zurückerobert und bietet Amphibien Lebensraum. «Hier lebt auch ein seltener Schmetterling, der Schillerfalter. Für ihn haben wir in der Nähe des Weihers Zitterpappeln angepflanzt», erklärt Wegmann.

Wer sich vom Weiher weiter in den Wald traut, findet seinen Weg zum holzigen Aussichtsturm. Dieser entstand aus dem vom Shoppi-Tivoli gespendeten Kulturpreis 2003. «Leider ist der Turm in schlechtem Zustand», so Wegmann. Überall mussten bereits morsche Bretter und Stufen ersetzt werden.

Auch reicht der fünf Meter hohe Aussichtsturm nicht mehr über die Baumkronen hinweg. «Als er gebaut wurde, waren die Bäume noch nicht ausgewachsen.» Was mit dem Turm in Zukunft passieren soll, ist bisher noch unklar.

An Feuerstellen kommt es immer wieder zu Littering

Neben dem Turm befindet sich eine schöne Grillstelle mit vielen Bänken. Doch eigentlich finden sich überall im Wald Grillstellen. Der wohl meistbesuchte und grösste Rastplatz befindet sich ganz in der Nähe der geteerten Waldstrasse: Eine offene Hütte mit Toi-toi-Anlage lädt hier zum Verweilen ein.

Auf den Tischen liegen ein paar alte Zeitungen. «Hier könnten wir immer aufräumen», sagt Wegmann. Es komme immer zu Littering an den Feuerstellen, doch diese sei die schlimmste.

Unweit entfernt befindet sich die offizielle Waldhütte mit einem Outhouse. Die Hütte bietet Platz für rund 35 Personen und muss gemietet werden. «Allerdings ist die Hütte seit einem Hangrutsch schräg», erklärt Marcel Wegmann.

Schwimmen im grössten Aargauer Natursee

Wer bis an die Gemeindegrenze wandert, findet dort den Egelsee: den grössten Natursee im Kanton Aargau. Ein kleiner Zipfel des Gewässers liegt noch auf Spreitenbacher Boden. «Der See liegt zwar im Naturschutzgebiet, man kann aber in ihm baden», sagt Wegmann. Ein Kletterturm lädt zum Sprung in das Naturgewässer ein.

Die Strasse weg vom kleinen See Richtung Spreitenbach ist geschichtsträchtig: Polnische Soldaten bauten während des Zweiten Weltkrieges den Weg zum Egelsee. Eine unscheinbare Steinplatte am Wegrand erinnert daran.

Ein letztes Highlight verbirgt sich im Waldabschnitt hinter dem Schulhaus Hasel: Dort führt ein Vitaparcours alle Bewegungslustigen durch den Wald. An verschiedensten Stationen können Fitnessübungen absolviert werden.

Für den Unterhalt des Parcours sowie aller Feuerstellen im Wald sorgt das Forstrevier Heitersberg. Finanziert wird das Ganze aber von der Ortsbürgergemeinde. Ihr gehört der grösste Teil des Waldes.