Maninred Pictures

Drehen statt auf Prüfungen lernen: Wie zwei junge Filmer zu Unternehmern wurden

remote.adjust.rotate=0&remote.size.w=1280&remote.size.h=853&local.crop.h=719&local.crop.w=1280&local.crop.x=0&local.crop.y=45,n-max-16x9Simon Saner (l.) und Ray Kroi drehen professionelle Werbe- und Imagefilme. ©Sandra Ardizzone

Simon Saner und Ray Kroi sind die Gründer von «Maninred Pictures» und drehen professionell Filme.

Braune Lederjacke, Hornbrille und in der Hand eine Videokamera. Aber keine dieser billigen «Heimvideo-Handkameras». Nein. Eine professionelle Filmkamera hält Simon Saner in der Hand. Der 26-jährige Untersiggenthaler hat Anfang dieses Jahres, zusammen mit seinem Schulfreund Ray Kroi (27), die Filmproduktionsgesellschaft «Maninred Pictures» gegründet.

«Angefangen hat alles während unserer Zeit in der Kantonsschule Baden», sagt Ray Kroi. Als Maturarbeit wollten die beiden – entgegen den Wünschen ihrer Lehrer – unbedingt einen Thriller drehen. Seither hat das Filmvirus die beiden infiziert: Saner studierte Publizistik und Filmwissenschaften.

Kroi hingegen zog es, trotz seiner Leidenschaft für den Film, in die pharmazeutischen Wissenschaften. «Meine Eltern sind Naturwissenschaftler und auch mich hat es immer schon interessiert», sagt der Bergdietiker.

Aber während die Mitstudenten auf Prüfungen lernten, rannten die beiden Filmnarren von Drehort zu Drehort. Sie kauften sich für mehrere tausend Franken eine professionelle Filmkamera.

Von da an konnten die beiden zusammen mit anderen Produktionsfirmen erste Filme drehen. «Wir haben zum Beispiel bei mehreren TV- und Kino-Spots der Credit Suisse mitgewirkt und selbst einen Imagefilm für ‹Vögele Shoes› gedreht», sagt Saner.

Man kann davon leben

Nachdem beide das Studium beendet haben, beschlossen sie dieses Jahr, ihre Firma offiziell einzutragen. Jetzt sind sie 100 Prozent selbstständig. «Es war ein grosser Schritt, aber das war es wert», sagt Saner mit einem Lachen im Gesicht.

Der Untersiggenthaler verspürte schon früh den Drang zur Selbstständigkeit. Sein eigener Chef sein und jedem Projekt den eigenen Fingerabdruck geben, das gehe nur, wenn man eigenständig sei, so Saner. «Das Filmemachen an sich stand bei mir im Vordergrund, nicht unbedingt die Selbstständigkeit», sagt Kroi.

Reich werden die beiden mit ihrer Arbeit noch nicht. Sie können aber davon leben, sagt Kroi. So haben die beiden Jungunternehmer noch kein eigenes Studio. Das Filmmaterial schneiden sie noch von zu Hause aus. Oft arbeiten die beiden bis tief in die Nacht. Routine, das gibt es in ihrem Beruf nicht. Doch genau das ist der Reiz für die beiden «Männer in Rot». Jeder Tag gestalte sich anders.

«Wenn wir aufstehen, wissen wir oft nicht, was als Nächstes kommt», sagt Kroi. Wie aber beweisen sich die beiden in ihrem Alter im Filmgeschäft? «Wir sind Ästheten und legen viel Wert auf Ausdruck und Farbe», sagt Saner. Wichtig dabei sei das Zielpublikum und dessen Emotionen: «Dort setzen wir an.»

Auch auf dem Set sind sie Freunde

Ihr Alter, das sei heute kein Problem mehr: «Produktionsfirmen und Kunden begegnen uns auf Augenhöhe», sagt Kroi. Das liege auch daran, dass sie sich sehr gut auskennen und die Kunden sofort merken würden, dass sie keine Amateure seien. Früher sei das schwieriger gewesen.

Heute erhält die Firma «Maninred Pictures» regelmässig Anfragen. «Es kommt schon mal vor, dass wir einen Auftrag ablehnen», sagt Saner. Die Kunden würden dabei stets mit Respekt auf Absagen reagieren.

Während des Gesprächs fällt auf: Die einstigen Schulfreunde fallen sich kaum ins Wort. Ob das am Set auch so ist? «Wenn es um die Arbeit geht, hatten wir noch nie Krach», sagt Saner und lacht. «Auf dem Set wechseln wir uns mit Dreharbeiten und Regieführung ab.» Sie hätten die gleichen Vorstellungen und könnten sich gegenseitig gut kritisieren.

Sich zusammen aufregen, darin seien sie auch sehr gut, fügt Kroi mit einem Augenzwinkern an. Auf dem Set würden sie sich aber nie aufregen. Ihr Ziel sei es, eines Tages einen Spielfilm zu drehen.

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