Limmattal: Von Agglomeration zur Stadt

Von Agglomeration zur Stadt: Limmattal wächst zusammen

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Jasmina Ritz, Geschäftsführerin der Limmatstadt AG auf dem Dach des Shoppi Tivoli in Spreitenbach. ©Barbara Scherer

Die Limmatstadt AG will dem Limmattal ein besseres Image verpassen: Sie unterstützt die regionale Entwicklung – vom Wasserschloss bis zum Zürichsee.

Es gehe nicht um Fusionsgeschichten,stellt Jasmina Ritz, Geschäftsführerin der Limmatstadt AG, gleich zu Beginn klar. «Es geht um die gemeinsame Marke.» Die Marke Limmatstadt. Dafür wurde die Aktiengesellschaft vor drei Jahren gegründet. Seither setzt sich die Limmatstadt AG für ein starkes Limmattal ein.

Von Zürich bis Baden sollen Menschen vernetzt werden. «Wir schaffen Kommunikations- und Vernetzungsplattformen, die auch andere nutzen können», erklärt Ritz. Die Organisation will das Image der Region aufwerten. «Viele sehen das Limmattal als Durchgangsort. Dabei hat die Region so viel zu bieten.» Das Limmattal sei ein wichtiges Stück Schweiz: ein kontrastreicher Raum mit viel Natur.

Region wird zur Stadt

«Von einer Agglomerationsregion entwickelt sich das Tal in eine Stadt.» Deshalb will die Limmatstadt AG das städtische Selbstverständnis stärken. «Die Region ist nicht einfach die Verlängerung von Zürich. Die Gemeinden haben eine Eigenständigkeit und unterschiedliche Charaktere», so Ritz.

Ziel sei es nicht, aus allem eins zu machen, im Gegenteil. «Aber als Gesamtregion sind wir vielfältiger, spannender und erst noch wettbewerbsfähiger.» Die Marke Limmatstadt soll die Region verbinden. Ein gemeinsames Bewusstsein könne dadurch entstehen. «So bekommen die Anliegen der Region mehr Gewicht», sagt Ritz.

Ist die Limmatstadt AG die Standortförderung der ganzen Region? «Ja, sozusagen», sagt Ritz. Jedoch arbeite die Limmatstadt AG eng mit den lokalen und kantonalen Standortförderungen zusammen.

So organisiert die Aktiengesellschaft zweimal jährlich ein Treffen aller Standortförderer von Aarau bis Zürich. «Wir stehen nicht in Konkurrenz mit den lokalen Standortförderungen. Wir sind vielmehr die überregionale Verbindung der einzelnen Standorte.»

Einzige Organisation mit unternehmerischen Ansatz

Bewusst wurde eine Aktiengesellschaft gegründet. «Jeder soll über Publikumsaktien ein Stück der Limmatstadt besitzen und an der Generalversammlung mitbestimmen können», sagt Ritz. Denn die AG ist nicht gewinnorientiert ausgerichtet.

Bereits zählt sie über 60 Aktionäre. Dabei stehe die Limmatstadt im Dienst der Bevölkerung. «Bisher sind wir schweizweit die einzige Organisation, die so eine Thematik mit einem unternehmerischen Ansatz angeht.»

So arbeitet die AG nicht im Auftrag der Gemeinden und unterliegt keiner politischen Agenda. «Wir suchen aber aktiv die Zusammenarbeit», sagt Ritz. Ein aktuelles Projekt der Limmatstadt AG ist ein digitales Stadtmodell. Fotorealistisch soll die ganze Region dargestellt werden.

«Mit einer Virtual-Reality-Brille oder ganz einfach am Bildschirm sollen der Ist-Zustand und alle geplanten Projekte erlebbar gemacht werden », erklärt Ritz. So könne die Veränderung in der Region aktiv mitverfolgt und die Bevölkerung miteinbezogen werden.

«Die Region wächst, das ist ein Fakt.» Dieser Umstand bringe Herausforderungen, aber auch Chancen mit sich. Die Leute sollen nicht nur in der Region arbeiten, sondern auch hier leben, konsumieren und Steuern zahlen. Ritz: «Dafür braucht es nicht nur ein attraktives Angebot, sondern auch ein starkes Image, so wird das Limmattal als Wohn- und Arbeitsort gestärkt.»